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Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung – Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung im Jägerhof - Staatliche Kunstsammlungen Dresden | all events

 

ÖFFNUNGSZEITEN
täglich 10-18 Uhr , Montag  geschlossen
 

Museums für Sächssiche Volkskunst


Möbel aus Zeitungspapier bauen, Flohmarktfunde anstreichen, Ohrringe aus Kronkorken basteln – schon lange ist wieder hip, was man ohne professionelle Hilfe selber bauen, reparieren und verschönern kann. Das Museum für Sächsische Volkskunst in Dresden ist in diesem Sinne das einzige „Do-it-yourself-Museum“ Deutschlands. Denn unter Volkskunst verstand Museumsgründer Oskar Seyffert die Kunst der „kleinen Leute“- Produkte, die ohne akademische Ausbildung entstanden. 

Darunter fällt keinesfalls nur erzgebirgischer Weihnachtsschmuck wie Bergmann, Lichterengel und Co. Auch die einst in Sachsen boomende Spielzeugindustrie, Puppenstuben, Trachten der als Minderheit geschützten Sorben oder die rekonstruierte Stube eines Damastwebers, der auf engstem Raum mit seiner Familie lebte und arbeitete, sind im Jägerhof unweit des Goldenen Reiters zu bewundern. Highlight der Dauerausstellung ist ein mechanisches Figurentheater aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das sieben Szenen aus der Leidensgeschichte Christi zeigt – vom Abendmal bis zur Auferstehung. Die dramaturgisch höchst effektvollen Bewegungen waren das „Kino vor dem Kino“: Sein Erfinder Elias Augst präsentierte es einst in seiner Scheune und nahm 10 Pfennig Eintritt. 

Das Museum für Sächsische Volkskunst versteht sich als Haus für alle Generationen und hat extra für Kinder einen parallelen Rundgang entwickelt, der sich in die Dauerausstellung einfügt: Unter einer originalen Puppenküche von 1840 können die kleinen Besucherinnen und Besucher in einer modernen Spielküche kochen, mit dem Holzpferd durchs Museum reiten, klöppeln und Nüsse knacken. Jährlich locken Sonderausstellungen zur Weihnachts- und Osterzeit, stets begleitet von umfangreichen Rahmenprogrammen, in dem wiederum das Selbermachen seinen Platz findet – vom Mitsingen bis zum Basteln von Strohsternen. 

details volkskunst.skd.museum
all at Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung im Jägerhof - Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Carolaplatz (tram 3, 7, 8)
Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung im Jägerhof - Staatliche Kunstsammlungen Dresden 38 DD/MM/YYYY
 

Puppentheatersammlung


Kommt heute Unterhaltung und Wissen über Fernsehen, Internet und DVD direkt zu uns ins Wohnzimmer, musste man dafür einst den Gasthof aufsuchen. Puppenspieler, die mit ihren Wohnwagen von Ort zu Ort zogen, erzählten hier mit ihren Marionetten lustige und traurige Geschichten. Auf Jahrmärkten verprügelte der Kasper Polizist, Tod und Teufel und brachte Groß und Klein zum Lachen. Heute genießen die altgedienten Bühnenveteranen ihren Ruhestand und laden zur eingehenden Betrachtung ein.

In jährlich wechselnden Ausstellungen werden stets Teile der Sammlung im Jägerhof präsentiert. Dr. Faust, Kasper, Ritter, Räuber, Rotkäppchen: Der Bestand reicht von über 200 Jahre alten großen Marionetten über Handpuppen der Jahrmärkte, Bauhaus-Figuren und das Sandmännchen bis in unser Jahrtausend. Mit über 100.000 Inventarnummern ist die Sammlung eine der größten und bedeutendsten ihrer Art weltweit. Zu den wertvollsten Stücken zählen Figuren und Kulissen mechanischer Welttheater des 19. Jahrhunderts, die in dieser Qualität nirgendwo sonst zu finden sind.

Die Sammlung geht auf den Leipziger Lehrer Otto Link (1888-1959) zurück. Er war Redakteur der ersten deutschen Puppenspielzeitschrift und 1929 in Prag Mitbegründer der UNIMA, der Weltorganisation der Puppenspieler. 1952 entstand die Puppentheatersammlung in Dresden und Link wurde ihr erster Leiter. In zahlreichen Wanderausstellungen wurden die wachsenden Bestände präsentiert. Von 1960 bis 2003 war die Sammlung im Hohenhaus in Radebeul untergebracht und seit 2004 in der Garnisonkirche. Mit dem Jahr 2005 begannen die regelmäßigen Ausstellungen im Jägerhof.

Textbücher, Briefe, Werbematerial, Bilder und Filme sind in großer Zahl im Bestand der Sammlung vorhanden, besonders aus der Region. Sie sind eine wichtige Quelle für die Forschung. Denn Sachsen ist ein bedeutendes Zentrum des Puppenspiels: Um 1900 reisten hier über 150 Bühnen umher. In den 1930er Jahren kam jede fünfte der Spitzenbühnen aus Sachsen. Auch heute begeistern neben 80 privaten noch immer fünf kommunale Ensembles in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig und Zwickau ihr Publikum.

skd museum