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Die Treuhandanstalt als zeithistorisches Problem | Idee, Praxis, Erfahrung und Erinnerung – Hannah-Arendt-Institut | all events

 

Referent: Dr. Marcus Böick
Moderation: Dr. André Postert

Die Ende 1994 aufgelöste Treuhandanstalt und der von ihr verantwortete, radikale wie beschleunigte Umbau der ostdeutschen Planwirtschaft sind in der letzten Zeit wieder Gegenstand intensiver politischer Auseinandersetzungen geworden. Fortbestehende Ost-West-Differenzen, insbesondere in der politischen Kultur, sowie bevorstehende Jahrestage führen zu einer regelrechten Wiederentdeckung des lange Zeit weitgehend randständigen Themas, das in Ostdeutschland selbst jedoch unterschwellig stets präsent geblieben ist. In diesem Vortrag soll es darum gehen, die oft mythisierte Treuhand explizit zu einem Problem der zeithistorischen Forschung zu machen. Wie ist die Idee zu einer solchen Institution im Jahr 1990 entstanden? Wie sah dann die nach 1990/91 vorgenommene, hochumstrittene Organisationspraxis aus? Welche individuellen Erfahrungen sammelten die Treuhand-Mitarbeiter/innen in diesem hochdynamischen Umbruchsszenario?

Marcus Böick ist Akademischer Rat a.Z. am Historischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. Er hat sich in den letzten zehn Jahren intensiv mit der Geschichte der Treuhand und ihres Personals beschäftigt und im Jahr 2018 hierzu seine Doktorarbeit im Wallstein-Verlag veröffentlicht (Die Treuhand. Idee – Praxis – Erfahrung, Göttingen 2018).