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Wissen |

DAS GESICHT. EINE SPURENSUCHE – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | all events

Aug 19, 2017 - Feb 25, 2018
details www.dhmd.de
all at Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Großer Garten (tram 10, 13)
Dt. Hygiene-Museum (tram 1, 2, 4, 12)
19/08/2017 25/02/2018 true Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de DAS GESICHT. EINE SPURENSUCHE Deutsches Hygiene-Museum Dresden 38 DD/MM/YYYY
 

DAS GESICHT. EINE SPURENSUCHE

Eine Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums

Idee: Prof. Dr. Sigrid Weigel, Kuratorin: Kathrin Meyer 

Gesichter sind im täglichen Leben so selbstverständlich, dass wir ihre erstaunlichen Qualitäten kaum noch wahrnehmen. Wir begegnen ihnen nicht nur von Angesicht zu Angesicht, sondern auch im Internet, im Speicher von Digitalkameras und Smartphones, in Datenbanken privater oder staatlicher Institutionen, auf Plakaten, Kinoleinwänden und Fernsehschirmen. Der seit etwa 800 Jahren andauernde Siegeszug des Gesichts ist eng mit der Geschichte medialer Entwicklungen verknüpft. Mit der Renaissance-Malerei beginnen Bilder als Ausdruck und Bestätigung von Individualität immer wichtiger zu werden. Dabei kann kein Bild die direkte Begegnung ersetzen. Doch Bilder eröffnen Möglichkeiten, die "echte" Gesichter nicht bieten: Mit dem dauernden Stillstellen wird das eingehende Studieren von Gesichtszügen und -ausdrücken möglich, die Kontrolle über die Erscheinung und teilweise auch die Verbreitung der Motive. Auch die heute möglich gewordene umfassende Erforschung mimischer Ausdrücke, das Identifizieren von Verdächtigen und Verbrechern - oder einfach jedem Menschen im öffentlichen Raum - basiert auf Bildern und Videos von Gesichtern. Gleiches gilt für Erinnerungsrituale und nicht zuletzt für die digitale Selbstdarstellung durch Selfies, Profilbilder und Aufnahmen, die andere vom eigenen Gesicht produzieren und online stellen.

Die im Ausstellungstitel angekündigte Spurensuche setzt hier an: bei der Produktion von Bildern und Dingen, die dazu beitragen, dass das menschliche Gesicht nicht mehr allein für den Menschen schlechthin steht, sondern auch zur Ressource für die unterschiedlichsten Interessen werden konnte. Wird das Gesicht letztlich zur Ware oder zum Datensatz oder bleibt es ein zentraler Bezugspunkt, der die Menschen miteinander verbindet?

Quelle: DHMD